Am Text selbst ist diese Woche wenig passiert.

Dafür habe ich mich in der vergangenen Woche so viel mit Gedichten bzw. Lyrik beschäftigt, wie seit meiner Schulzeit nicht mehr. Und ich muss sagen, dass es mir auch wesentlich besser gefallen hat als damals im Deutschunterricht – wie so oft, wenn man sich den Stoff selbst aussuchen kann.
Auslöser war, wie letzte Woche angeklungen ist, das aktuelle Modul der Schreibschule. Dieses habe ich nun durchgearbeitet und den ersten Teil der Einsendeaufgabe erledigt: Ich habe ein Gedicht geschrieben!
Dichtung oder Cringe?
Es hat zugegebenermaßen etwas gedauert, bis ich mich voll drauf einlassen konnte. Zu sehr ähnelten die ersten Versuche aus meiner Sicht irgendwelchen pseudo-intellektuellen Poetry Slam Beiträgen (die ich verabscheue wie wenig anderes). Es hat auch etwas gedauert, ehe ich weniger auf konsequentes Reimschema geachtet habe und mehr Fokus auf dichte Sprachbilder gelegt habe. Das vorgegebene Ziel, nicht einfach eine Szene in Reimform zu schreiben, empfand ich allerdings wiederum als einfach.
So, nun aber ohne weitere Umschweife zu meinem lyrischen Werk!
Schimmer im Grau
Wie sinkender Stein
im stillen, schwarzen See,
schleift ihn die Tiefe,
zieht ihn das Gewicht,
kein Halt im dunklen Grund.Um ihn das kalte Flüstern
von Wasser, das schlingt,
von Schatten, die greifen,
doch lautlos zerrinnt
alles.Er tastet im Nichts,
fällt in sich hinein,
verschwommen der Rand,
verwachsen die Pfade,
wohin er sich sehnt,
wohin er nie fand.Und nur ein fernes Licht,
ein Schimmer im Grau –
die Ahnung von Boden,
von fester Hand,
die ihn aufhebt
aus schwerem Grund.
Das lyrische Ich ist hier mein Hauptcharakter Rudi Fleuren. Wie man erkennt, trifft man ihn hier an einem Tief- und Wendepunkt der Geschichte. Gebt mir gerne Feedback, wie ihr das findet – was für Bilder und Gefühle entstehen bei euch?
Häufigste Stilmittel, die ich angewendet habe, sind Metaphern (z.B. der sinkende Stein), Personifikation (z.B. des Wassers), Kontrastrierung (Dunkelheit und Schimmer) und am Ende die klar werdende Antithese („Fallen“ und „aufhebende Hand“).
Das Gedicht auf den Roman spiegeln
Es soll meiner Lektorin aber nicht nur das Gedicht geschickt werden – nein: Die Bilder und Gefühle aus dem Gedicht sollen genutzt werden, um die zugrunde liegende Szene zu überarbeiten und zu straffen; zu „verdichten“. Das habe ich noch vor mir. Daher ist das der Plan für die kommende Woche, sodass ich die Lösung für die Aufgabe einreichen kann und gleichzeitig in der Rohversion weiterkomme.
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Woche :).