Eine Kreativmethode, die ich unlängst kennengelernt habe, möchte ich euch hier vorstellen: Die Bisoziation. Sie nutzt zwei unabhängige Impulsgeber und setzt diese miteinander in Verbindung, um neue Ideen zu generieren. Ich will hier explizit das Vorgehen anhand eines Bildes bzw. Fotos und einer Fragestellung beschreiben.
Ablauf
Der erste Schritt besteht darin, das eigene Thema in eine präzise Frage zu verwandeln. Dies hilft, den Fokus zu schärfen. Beispiele:
- Wie kann Rudi Fleuren auf die Vorwürfe eingehen?
- Was träumt Annemarie in der Nacht nach ihrem Unfall?
- Wie ist die Stimmung in der Gaststätte?
- Aus welchen Gründen würde Matthäus der Vermählung zustimmen wollen?
Im nächsten Schritt, wählen wir ein Foto oder Bild als Inspirationsquelle. Das kann komplett zufällig geschehen. Das Material muss in keinerlei Sinnzusammenhang zur Fragestellung stehen. Man kann einfach zufällig eines seiner Urlaubsfotos, Bilder eines Wikipedia-Zufallsartikels oder irgendwas aus einer Online-Bildersuche verwenden. Oder man schaut einfach aus dem Fenster. Vieles ist erlaubt.
Dann kommt der wichtige dritte Schritt: Ideen sammeln – ohne Zensur. Man betrachtet das Bild aufmerksam und notiert spontan alle Assoziationen, die einem in den Sinn kommen. Farben, Formen, leere Flächen, Strukturen und die Bildkomposition – alles kann dabei helfen. Welche Lösungen oder Ansätze zur Beantwortung der Frage lassen sich daraus ableiten?
Als nächstes kommt die kritische Reflexion der gesammelten Ideen. Welche lassen sich realistisch umsetzen? Welche sind besonders kreativ? Man clustert die Ideen nach ihren Eigenschaften: Schnelle Umsetzung oder originelle Herangehensweise.
Dann geht es an die Formulierung eines Textes unter Einbeziehung der Ideen und Gedanken, die man generiert hat. Das hat bei mir zu originellen Lösungsansätzen und Texten geführt, die ich vorher garantiert nicht auf dem Schirm hatte.
Warum das aus Laiensicht funktioniert
Bisoziation aktiviert gezielt unser Kreativpotenzial, indem sie ungewohnte Verknüpfungen zwischen Bild und Sprache herstellt. Diese Methode trainiert unsere Ausdrucksfähigkeit und sorgt dafür, dass Texte lebendiger und bildhafter werden.
Probiert es gerne einmal selber aus!