Dieser Beitrag schlummert schon länger in den Entwürfen meines Blogs. Genauer gesagt seit etwas über einem Jahr. Ich habe immer wieder daran rumformuliert, damit man versteht, was ich eigentlich aussagen will. Und eigentlich ist es sehr einfach: Guckt euch auf itch.io um oder ihr verpasst einen Großteil von dem, was Videospiele zu bieten haben.
Für mich war itch.io die Wiederentdeckung des Indie Gaming: Eine Parallelwelt zum Mainstream, die schon immer existierte, nur nie so sichtbar war wie heute. Ich spiele seit Anfang der 1990er Computerspiele und habe über meinen Vater mitbekommen, wie es war, als Spiele auf Disketten getauscht oder aus Zeitschriften abgetippt wurden. Als es noch keine Algorithmen gab, die einem vorschreiben, was man als Nächstes spielen sollte. Und doch bin ich irgendwann in eine “Falle” getappt: Ich ließ mich von den großen Printmedien und dann von Steam, Epic, etc. einlullen, die nur noch über die nächsten AAA-Blockbuster oder Live-Service-Titel schreiben. Die Indie-Szene? Die gab es für mich lange nur am Rande. Ein paar experimentelle Titel im Xbox Marketplace. Gelegentlich gab es ein Braid oder Limbo oder sogar ein Minecraft. Aber mehr nicht.
Dabei gibt es soviel mehr. Sogar für den C64 kommen heute noch neue Spiele raus. Oder neue Spiele auf neuen Cartridges für den Sega Mega Drive! Es wirkt für mich wie eine geheime Untergrundwelt. Und mittendrin: itch.io, eine Plattform, die sich anfühlt wie das digitale Äquivalent zu den alten Spieleläden, in denen man stundenlang in Regalen wühlen konnte, ohne zu wissen, was man als Nächstes in den Händen halten würde. itch.io ist das Anti-Steam. Keine kuratierten Storefronts, keine “Bestseller”-Listen, die von Marketingbudgets dominiert werden, keine endlosen Early-Access-Titel, die nie fertig werden. Stattdessen: Ein chaotischer, wilder Basar, auf dem man zwischen experimentellen Kurzspielen, obskuren Remakes und Dingen stöbert, die man nicht mal als “Spiele” bezeichnen würde – die einen aber trotzdem fesseln.
Aber es geht nicht nur um Nostalgie. Es geht darum, dass hier Spiele existieren, die anderswo einfach untergehen würden. Spiele, die zehn Minuten dauern und trotzdem mehr emotionalen Impact haben als so manche 100-Stunden-Open-World-Titel. Spiele, die so absurd sind, dass man nicht weiß, ob man lachen oder gruseln soll. Spiele, die einfach da sind, weil jemand eine Idee hatte und sie umgesetzt hat.
Guckt es euch an! Diese hier sind ein guter Start wenn man, wie ich, auf Adventures und Investigation-Games steht:
