Heute Vormittag war ich auf der Retrobörse in Oberhausen; oder besser gesagt: Ich stand auf der Retrobörse. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und teilweise bis zu zehn Minuten am Stück, weil es weder nach vorn, hinten, links oder rechts ging.
Aber die Warnung kam mit Ansage. Auf der offiziellen Webseite weisen die Veranstalter inzwischen darauf hin, dass der Einlass bei zu großem Andrang gestoppt werden muss. Das, zusammen mit meinen Erfahrungen aus den letzten Besuchen vor ein paar Jahren, hätte mich stutzig machen sollen. Nach der Parkplatzsuche stellte ich mich dann zwanzig Minuten vor der Öffnung in die bereits über den Innenhof ausgebreitete Schlange.

Drinnen in den beiden Hallen ging es weiter, wie es draußen aufgehört hatte: Sehr dicht gedrängt. Geduld war die wichtigste Währung des Tages. Eine Art retro-meditative Erfahrung, sozusagen.
Trotzdem war die Stimmung erstaunlich entspannt. Niemand wurde pampig, alle haben sich irgendwie arrangiert. Die Händler hatten durchweg vernünftige Ware und, soweit ich das einschätzen kann, akzeptable Preise. Kein Mondpreis-Karneval, keine zerkratzten Mogelpackungen. Das habe ich auch schon mal anders gesehen.
Wermutstropfen für mich persönlich: Das Angebot war ganz klar konsolenlastig, mit deutlichem Schwerpunkt auf der sechsten und siebten Generation (also alles ab Playstation 1 aufwärts). Als altes Heimcomputer-Kind, das eigentlich nach C64-, Amiga- oder DOS-Schätzen Ausschau hält, blieb da nicht viel hängen.
Fazit: Eine gut organisierte Börse mit fairen Händlern, aber sie wird so langsam ein Opfer ihres eigenen Erfolgs.


