Strange Horticulture

In den nächsten Tagen erscheint mit Strange Antiquities der Nachfolger eines Spiels, das für mich zu den kleinen Entdeckungen der letzten Jahre zählt. Genau deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen, an dieser Stelle noch einmal auf diesen Vorgänger hinzuweisen: Strange Horticulture.

Im Kern führt man eine kleine Gärtnerei in einem verschlafenen Städtchen, irgendwo in einem düsteren viktorianisch angehauchten Setting. Von draußen dringt Regen an die Fensterscheiben, eine schwarze Katze liegt auf dem Tresen und schnurrt leise, während man sich durch alte Bücher blättert und sich mit der Welt der geheimnisvollen Pflanzen auseinandersetzt oder auf der Karte die nächsten Exkursionen für neue Pflanzen plant.

Strange Horticulture ist ein Rätselspiel mit einfacher, stimmungsvoller Präsentation. Aufgabe ist es, Pflanzen zu bestimmen und die Wünsche der Kunden zu erfüllen, die den Laden betreten. Manche brauchen Hilfe bei Leiden oder Schlafstörungen, andere verlangen nach Kräutern für Rituale oder mystische Zwecke. Doch die Lösung liegt nicht einfach bereit: Man muss das Bestimmungsbuch zur Hand nehmen, Blattformen vergleichen, Beschreibungen interpretieren und sich manchmal auf kleinste Hinweise verlassen. Jede Pflanze, die man richtig identifiziert, kann man beschriften und sich so ein faszinierendes kleines Herbarium aufbauen. Die Rätsel werden später immer schwieriger, wenn man beispielsweise aus mehreren Pflanzen Elixire herstellen muss.

Es gibt aber auch Handlung – Stück für Stück entfaltet sich eine Geschichte, die durch die Dialoge mit den Besuchern, kleine Ereignisse und mysteriöse Hinweise immer dichter wird. Es entsteht eine interessante Atmosphäre: Geheimnisvoll und düster, aber niemals bedrückend. Die ruhige Geräuschkulisse aus Regen und Donner wirken auf mich sehr entspannend.