Dammstadt ist keine Stadt, die strukturiert geplant und dann gebaut wurde. Sie ist eine Stadt, die gewachsen ist - auf einem Bauwerk: Der namensgebende große Damm überspannt die Stygische Kluft an ihrer schmalsten Stelle. Viele bezeichnen ihn als eigenes Land aus Eisen und Stein, welches den Abgrund überbrückt und zwei Reiche verbindet, die sich nicht lieben: Die Aplanische Republik im Osten und das Iyobetische Königreich im Westen.

Zwei Städte, ein Damm

Dammstadt-Ost gehört zur Republik. Hier regieren Konzerne und Tüftlergilde, hier glänzen die Plateaus der Reichen im Sonnenlicht, während die untere Stadt in ewigem, von Bogenlampen durchstochenem Zwielicht dampft. In den Werften wachsen Luftschiffe wie Tiere in Käfigen, Schwebebahnen surren über die Sektorenstraßen, und das Abwasser der Viol-Kraftwerke rinnt durch offene Kanäle.

Dammstadt-West gehört zum Königreich. Weißgetünchte Türme, die nach Weihrauch riechen. Prozessionen, Glocken, das ewige, geduldige Warten auf ein Wunder, das nie kommt. Eine Welt des Glaubens und des frommen Stolzes, in der die Violette Akademie noch immer als heilige Institution gilt.

Die untere Stadt

Unter den Plateaus der oberen Bezirke liegt eine Welt für sich: Das Schmierviertel, die Sektoren, die Kaschemmen. Hier hocken Viol-Süchtige, Tagediebe und Ausgestoßene der Gesellschaft in den Ecken und horchen dem dumpfen Takt der Viol-Kraftwerke.